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Schwerpunktthema: Wie wir wohnen Wohnungsleerstand

Kurzfassung

Wohnungen werden als „leer stehend“ bezeichnet, wenn sie weder vermietet sind noch von der Eigentümerin oder dem Eigentümer selbst bewohnt werden. Ferien- und Freizeitwohnungen fallen nicht darunter. Das BBSR schätzt, dass im Jahr 2018 insgesamt 1,7 Millionen Wohnungen leer standen. Das entspricht 4,2 Prozent des gesamten Wohnungsbestands. Ostdeutsche Regionen sind besonders stark betroffen.

Datenbasis:BBSR-Wohnungsmarktbeobachtung, Abschätzung des Wohnungsleerstands basierend auf den Leerstandsdaten des Zensus 2011, Gebäude und Wohnungszählung, Stand: 28.05.2014
Geometrische Grundlage:VG250 (Kreise), 31.12.2018 © GeoBasis-DE/BKG
Bearbeitung:J. Nielsen, M. Waltersbacher

Langfassung

Eine Wohnung wird als „leer stehend“ bezeichnet, wenn sie weder vermietet noch von der Eigentümerin oder dem Eigentümer selbst bewohnt wird. Ferien- und Freizeitwohnungen fallen nicht unter diese Definition. In Deutschland gibt es keine amtliche, regional differenzierbare Statistik zu leer stehenden Gebäuden und Wohnungen. Daher nimmt das BBSR rechnerische Abschätzungen von Leerständen unter Berücksichtigung von Angebots- und Nachfrageindikatoren vor. Mit den Erkenntnissen aus der Zusatzerhebung „Wohnen“ des Mikrozensus hat das BBSR das bisherige Berechnungsmodell modifiziert, womit sich die früheren Ergebnisse der Leerstandsabschätzungen über den gesamten betrachteten Zeitraum 2012 bis 2018 verringert haben. Die Schätzung für das Jahr 2018 liegt nun bei 1,7 Millionen leer stehenden Wohnungen. Das sind 4,2 Prozent des gesamten Wohnungsbestands. Insbesondere ostdeutsche Regionen, mit Ausnahme des Umlands von Berlin, sind besonders von Wohnungsleerstand betroffen. In Ostdeutschland liegt die Leerstandsquote im Durchschnitt bei 7,2 Prozent. In einigen Landkreisen in Sachsen und Sachsen-Anhalt werden Quoten von 13 bis 17 Prozent erreicht. In Westdeutschland dagegen beträgt die Leerstandsquote im Schnitt 3,3 Prozent.

Allerdings haben auch Landkreise der westdeutschen Mittelgebirge, beispielsweise im Hunsrück, im Fichtelgebirge, im Oberpfälzer sowie im Bayerischen Wald, ebenfalls hohe Leerstandsquoten zu verzeichnen, wenn auch auf niedrigerem Niveau als in einigen ostdeutschen Regionen. Dabei handelt es sich vielfach um strukturschwache Regionen, die durch Abwanderung vor allem junger Menschen geprägt sind.

Wird die Leerstandsquote über die Jahre 2012 bis 2018 verglichen, zeigt sich eine leichte Verringerung von 4,5 Prozent auf 4,2 Prozent. In den westdeutschen Bundesländern betrug der Rückgang 0,4 Prozentpunkte. In den ostdeutschen Bundesländern hat sich das Niveau mit Ausnahme der Jahre 2015 und 2016 ungefähr gehalten.

Die Anzahl leer stehender Wohnungen ist eng an die lokale und regionale Wohnungsmarktsituation gekoppelt. In den wachsenden kreisfreien Großstädten stehen im Schnitt weniger als 1 Prozent der Wohnungen leer. Seit 2012 verringerte sich dort die Leerstandsquote durch Zuzüge um zwei Prozentpunkte. In Schrumpfungsräumen erhöhte sich hingegen der Anteil leer stehender Wohnungen durch weitere Abwanderung um gut zwei Prozentpunkte auf 10,7 Prozent.

Abschätzung von Wohnungsleerständen nach Städten und Landkreisen 2012 bis 2018 Abschätzung von Wohnungsleerständen nach Städten und Landkreisen 2012 bis 2018
Abschätzung von Wohnungsleerständen nach Städten und Landkreisen 2012 bis 2018

Anmerkungen: Große kreisfreie Großstädte mit mindestens 500.000 Einwohner/-innen. Neuberechnung der Abschätzung zum 31.01.2020.

Datenbasis:BBSR-Wohnungsmarktbeobachtung, Abschätzung des Wohnungsleerstands basierend auf den Leerstandsdaten des Zensus 2011, Gebäude und Wohnungszählung, Stand: 28.05.2014
Geometrische Grundlage:VG250 (Kreise), 31.12.2018 © GeoBasis-DE/BKG
Bearbeitung:J. Nielsen, M. Waltersbacher
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