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Schwerpunktthema: Wo wir leben Kommunale Kassenkredite

Kurzfassung

Mit Kassenkrediten schließen Kommunen die Lücken zwischen laufenden Einnahmen und laufenden Ausgaben. Sie dienen als Indikator, um den finanziellen Handlungsspielraum der Kommunen einzuschätzen. Besonderes Merkmal der Kassenkredite ist ihre regionale Konzentration auf wenige Bundesländer.

Datenbasis:Statistische Ämter der Länder, FORA mbH, Berechnung Bertelsmann Stiftung, Wegweiser Kommune 2019
Geometrische Grundlage:VG250 (Gemeinden), 31.12.2018 © GeoBasis-DE/BKG
Bearbeitung:T. Osigus

Langfassung

Um die Differenz zwischen laufenden Einnahmen und laufenden Ausgaben zu schließen, greifen Kommunen auf sogenannte Kassenkredite zurück. Im Unterschied zu den klassischen Kommunalkrediten mit langen Laufzeiten sind sie nicht an Investitionen gekoppelt. Somit steht den Kassenkrediten keine Vermögensbildung gegenüber. Sie dienen den Kommunen zur kurzfristigen Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit und sind vergleichbar mit Überziehungskrediten, wie sie von Privathaushalten und Unternehmen in Anspruch genommen werden können.

Der Kassenkredit ist zu einem Indikator geworden, der die prekäre Finanzsituation der kommunalen Gebietskörperschaften anzeigt. Hohe Kassenkredite engen den Handlungsspielraum der betroffenen Kommunen vor Ort stark ein.

Die Kassenkredite der deutschen Kommunen belaufen sich Ende des Jahres 2018 auf über 35 Milliarden Euro. 2011 lag der Betrag bei etwas über 44 Milliarden Euro. Er stieg im Laufe der Jahre zunächst an und wurde im weiteren Verlauf durch mehrere Entschuldungsprogramme in einigen Bundesländern, beispielsweise Hessen im Jahr 2018, reduziert. Damit hat sich die Gesamt-Kreditsumme im Zeitraum von 2011 bis 2018 um circa 20 Prozent verringert.

Die größten Anteile der Kassenkredite der Gemeinden und Gemeindeverbände weisen das Saarland, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz auf. Dort und in manchen Gemeinden in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt befinden sich viele Kommunen mit sehr hohen Kassenkrediten. Die räumliche Verteilung der kommunalen Kassenkredite innerhalb eines Bundeslandes ist sehr unterschiedlich. So finden sich in jedem Bundesland Gemeinden mit Kassenkrediten über 200 Euro je Einwohnerin und Einwohner wie auch Gemeinden ohne Kassenkredite.

Kommunale Kassenkredite der Gemeinden und Gemeindeverbände pro Einwohnerin und Einwohner 2011 und 2018 Kommunale Kassenkredite der Gemeinden und Gemeindeverbände pro Einwohnerin und Einwohner 2011 und 2018
Kommunale Kassenkredite der Gemeinden und Gemeindeverbände pro Einwohnerin und Einwohner 2011 und 2018 Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2019
Datenbasis:Statistische Ämter der Länder, FORA mbH, Berechnung Bertelsmann Stiftung, Wegweiser Kommune 2019
Geometrische Grundlage:VG250 (Gemeinden), 31.12.2018 © GeoBasis-DE/BKG
Bearbeitung:T. Osigus
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